Gemeinsam mit Landratskandidat Roland Grillmeier haben wir uns über die Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft im Landkreis Tirschenreuth informiert. Unsere Spitzenkandidaten Julia Thoma (Wiesau/Triebendorf, Platz 2) und Matthias Grundler (Falkenberg, Platz 1) konnte interessierte Landfrauen und Gäste zur Diskussionsrunde begrüßen.

Für unsere landwirtschaftliche Spitzenkandidatin Julia ist klar, dass sich die Landwirtschaft im Landkreis Tirschenreuth nicht zu verstecken brauche. Unser Ziel ist es, dass Landwirte eine gute Zukunft in unserem Landkreis haben. Dazu gehören die Unterstützung in Fragen von Genehmigungen aber auch zusätzliche (finanzielle) Standbeine, die vor Ort aufgebaut werden können. Neben der Energiegewinnung ist auch der Tourismus ein Bereich, der für Landwirte noch Entwicklungspotenzial hat. „Urlaub auf dem Bauernhof“ ist eine bei Touristen zunehmend beliebte Sparte, wie die Inhaberin des „Gowerlhof“ in Rothenbürg (bei Tirschenreuth), Franziska Schedl, berichtete. Es komme darauf an, sich modern zu vermarkten und die Möglichkeiten für Urlauber in der naturreichen Gegend herauszustellen. Projekte wie der Rad- und Wanderwege, Geopark Bayern-Böhmen, Natur-Navi oder auch Waldlehrpfade sind bei den Gästen sehr beliebt. Ein wichtiger Faktor ist auch die Gastronomie, Zoigl und als Spezialität der Region die Teichwirtschaft.

Kreisbäuerin Irmgard Zintl (Mitterteich) unterstrich, dass das gegenseitige Verständnis zwischen Landwirten und Verbrauchen von zentraler Bedeutung sei, wenn man an einem Strang ziehen wolle. Qualität, Natur- und Tierschutz gebe es nicht zum Nulltarif, weswegen beim Verbrauchen ein Bewusstsein entwickelt werden müsse, beim Einkauf auf die entsprechende Qualität zu achten. Urlaub auf dem Bauernhof sei eine gute Gelegenheit, den Gästen diese Themen zu vermitteln. Aber auch der Besuch von Schülern und Kindergartenkindern auf Bauernhöfen sei unverzichtbar. Hier müsse es den Schulen leichter gemacht werden, genauso wie die Besuche mehr als einmal in einer Schullaufbahn zum Pflichtprogramm gehören sollte.

Ein großes Thema seien auch die Genehmigungen für Investitionen und Baumaßnahmen im Außenbereich, lenkte Max Ernstberger (Leonberg), Landwirt im Nebenerwerb, den Fokus auf einen Bereich mit wachsender Bedeutung. Die Zahl der Nebenerwerbslandwirte sei im Verhältnis zu Betrieben mit Vollerwerb in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Zukunft TIR-Spitzenkandidat Matthias Grundler unterstrich, dass man sich ganz grundsätzlich intensiv Gedanken machen müsse, wie Dörfer und kleine Ortschaften zukunftsfähig gemacht werden können, auch wenn die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe weiter sinkt. Dazu gehört auch, dass auch in den Ortsteilen Investitionen unbürokratischer möglich sein müssten – auch für Nebenerwerbslandwirte und Familienangehörige, die nicht direkt Hofnachfolger sind.

Ein Standbein, das bisher wenig Aufmerksamkeit genießt, ist die „Soziale Landwirtschaft“. Andrea Bayer aus Floß und Anja Gärtner aus Kemnath berichteten von Projekten, bei denen Senioren und Menschen mit Behinderung oder auch Suchterkrankungen auf verschiedene Art und Weise Hilfe oder ein neues Leben auf dem Bauernhof erhalten können. Die Arbeit mit den Tieren sei sehr wertvoll, so die beiden. Ein Feld, bei dem noch viel Luft nach oben sei.

Im Vorfeld Diskussionsrunde haben wir uns beim Milchviehbetrieb Walerhof der Familie Weigl in Pilmersreuth an der Straße unter anderem über ein umfangreiches Direktvermarktungskonzept informiert. Es wurde deutlich, dass zwar von Regionalität viel in Presse und Gesellschaft geredet wird, aber noch ein weiter Weg ist zu einer ausreichend großen Nachfrage der Verbraucher im Landkreis. Ansätze wie die Ökomodellregionen Steinwald und Stiftland müssten das Label „Regional“ gleichberechtigt zur Sparte „Öko“ in den Blick nehmen.